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Praxis für Angewandte Synergetik Berlin
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 Das Neuronal Balance Lexikon - Die Elemente des Synergetischen Heilens

Auf die individuelle Problematik jedes einzelnen Klienten abgestimmt und professionell eingesetzt
bilden diese Sichtweisen und Therapieansätze das Fundament Angewandter Synergetik.

 
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Die Wechselwirkung von inneren Energiebildern und Krankheiten (F. Teegen)

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Krankheiten sind in den persönlichen inneren Bildern verankert. Der kranke Mensch kann die Anpassungsleistung an die Veränderung seines Umfeldes - seines Kontextes - nicht erbringen. In der Synergetik Therapie wird die Anpassungsleistung direkt im Gehirn - in der zur äußeren Realität in Wechselwirkung stehenden Innenwelt - realisiert und alte Informationen synergetisch abgeändert.

Aus dem Klappentext:
Die Erkenntnisse der Biopsychologie und Psychoneuroimmunologie zeigen uns deutlich, wie seelische und körperliche Regulationen zusammenspielen. Sie geben uns Einblick in die Kommunikation zwischen Nerven-, Hormon- und Immunsystem, in die Komplexität der «Intelligenz» des Organismus, und sie zeigen, wie Körperprozesse auf unsere Gefühle, Einstellungen und Lebenskonzepte mitreagieren.
Es sind vor allem lang andauernde Zustände von Hoffnungslosigkeit, passives Verhalten und die Neigung, Konflikte zu meiden, die unsere Vitalität schwächen. Eine seelische und zugleich körperliche Stabilisierung erfahren wir dagegen, wenn sich unser Verständnis für Zusammenhänge entwickelt und das Vertrauen in den Wert der eigenen Person und in unsere Handlungskraft wächst.
Diese Erkenntnisse weisen unserer Suche nach Möglichkeiten, Gesundheit zu fördern und Krankheit zu bewältigen, eine klare Richtung. Wir können sie in subjektive Erfahrungen verwandeln, wenn wir unsere Vorstellungskraft nutzen und mit unserem Körpererleben Kontakt aufnehmen. Gelingt es uns, die Entfremdung vom eigenen Körper zu überwinden, erkennen wir Zusammenhänge zwischen Beschwerden, kindlichen Erwartungsängsten und chronisch gewordenen Schutzhaltungen.

Dr. Frauke Teegen, Psychotherapeutin, Dozentin für klinische Psychologie Uni HH beschäftigt sich mit der Erforschung und Therapie psychosomatischer Störungen und Möglichkeiten der Selbsthilfe zur Förderung von Heilungsprozessen.

Mit der «Bildersprache des Körpers» können wir lernen, die Art, uns selbst wahrzunehmen und mit Stressfaktoren in unserem Leben umzugehen, zu verändern - und das heißt gesünder zu werden.

Frau Dr. Teegen nimmt innere Bilder der Patienten, die sie als deren körperliche Eigenwahrnehmung definiert und fordert die Patienten auf, sie mit ihrer eigenen Vorstellungskraft zu verbinden, um somit alle Nischen der psychophysischen Struktur zu erkunden. Der innere Bildschirm des Bewusstseins empfängt somit Bedeutungsmuster, die sich im Verlauf der emotionalen Lebensgeschichte gebildet haben. Dies fördert das Verständnis für Krankheitszusammenhänge und stärkt das Vertrauen des Patienten in ihre Kraft zur Selbstverwirklichung und Anpassung an eine sich ständig wandelnde Umwelt.

Ihr Ansatz kommt der Synergetischen Vorgehensweise nahe, da sie innere Informationen als Energiebilder abruft, sie jedoch unbearbeitet lässt und „nur“ Schlussfolgerungen für das künftige Verhalten ableitet. Die inneren Energiebilder werden auch weiterhin wie Symptome behandelt, d.h. mental bekämpft. Die tiefere Hintergrundaufdeckung dieser Energiebildstruktur wird nicht erforscht, um somit die Prägungen durch Erlebnisse auf der neuronalen Matrix aufzudecken und sie einer synergetischen Bildbearbeitung zuzuführen. Dies würde direkt zu einer Selbstorganisation der Informationsstruktur führen und gezielt Selbstheilung erzeugen, die wiederum unabhängig von erst zu erlernenden in der Zukunft liegenden Qualitäten und Haltungen ist.

Frau Dr. Teegen zeigt durch ihre Forschungsarbeit mit kranken Menschen in beeindruckender Weise auf, das auch sog. unheilbare Krankheiten ihre eigene individuelle Energiebildstruktur besitzen, die aus der Biografie der Ereignisse des Patienten herzuleiten sind. In diesem Punkt ist sie in Übereinstimmung mit den Forschungsergebnissen aus der Synergetik Therapie, was wiederum nicht verwundert, da beide Forschungsansätze ihre Ergebnisse aus der Praxis mit individuellen kranken Menschen beziehen. Beide Vorgehensweisen setzen Informationen aus der Innenwelt von kranken Menschen in Beziehung zu ihrer individuellen Krankheit und bestätigen somit diese Wechselwirkungen.
Teegen plädiert für eine Verstärkung der Handlungskompetenz des Menschen, die Synergetische Arbeit  praktiziert dies als Basis zur nachträglichen Bearbeitung von abgespeicherten Erlebnissen.

 
“Das Risiko, krank zu werden, ist immer dann erhöht, wenn die vertraute Lebensroutine einschneidend unterbrochen wird. Als Stressfaktoren werden Ereignisse betrachtet, die im Leben eines Menschen bedeutsame Veränderungen bewirken und eine Anpassung an die neue Situation erforderlich machen, zum Beispiel der Verlust einer wichtigen Bezugsperson oder einer sinngebenden Tätigkeit, Verschlechterungen der zwischenmenschlichen Kontakte, Einsamkeit, nicht verwundene Kränkungen oder auch lang andauernder Ärger. Thomas Holmes und Richard Rahe untersuchten in den siebziger Jahren Zusammenhänge zwischen Lebensveränderungen und dem Risiko, krank zu werden. Sie entwickelten eine Skala zur Einschätzung sozialer Belastungen, in der verschiedene Lebensereignisse nach dem Ausmaß, in dem sie eine Neuanpassung verlangen, aufgelistet sind. Je bedeutsamer ein Lebensereignis ist, um so mehr Zeit und Kraft braucht ein Mensch für die Anpassung an die veränderten Gegebenheiten - und umso größer ist das Risiko, dass er überfordert ist und erkrankt. Die Vorhersagekraft der Skala für das Eintreten von Erkrankungen konnte in einer Reihe von Forschungsarbeiten bestätigt werden. Ihren Ergebnissen zufolge stellen Skalenwerte von 300 und mehr Punkten ein hohes, Werte zw. 200 und 300 Punkten ein mittleres und Werte zw. 150 und 200 Punkten ein geringes Erkrankungsrisiko dar. Diese Werte geben eine allgemeine Orientierung.“
Krankheit tritt demzufolge in einer Lebenssituation auf, die den Menschen aus seinem individuellen Gleichgewicht wirft. Krankheit ist somit verweigerte Lebensentwicklung. Der kranke Mensch verweigert (in der Regel unbewusst) die persönliche evolutionäre Entwicklung. Tief abgespeicherte Grunderfahrungen - z.B. aus der Erziehung - bilden dabei den „Bodensatz“ unverarbeiteter Erlebnisse, die aus dem Unterbewusstsein zusätzlich wirken. Soziale Ereignisse bilden dabei häufig nur Auslöser für massive persönliche Systemeinbrüche: der Mensch wird krank. Synergetische Therapiearbeit deckt diese Gesamtzusammenhänge präzise auf und verändert die relevante Informationsstruktur per Selbstorganisation.


Was also stärkt die Gesundheit?

In den letzten Jahren hat die Forschung nicht nur die Aufklärung von Krankheitsprozessen erforscht, sondern sich auch der Frage zugewandt, welche Einstellung und Verhaltensweisen Menschen unter schwierigen Bedingungen gesund erhalten.
Die amerikanische Psychologin, Suzanne Kobasa, hat dies ausführlich untersucht. Die Forscher untersuchten über mehrere Jahre Mitarbeiter eines Industriekonzerns, der umfassende Umstrukturierungen in den Betrieben vornahm. Die Mitarbeiter waren lange Zeit starker Belastung und starker Unsicherheit ausgesetzt. Wie erwartet erhöhte sich mit dem Anstieg äußerer Belastungen fast zeitgleich die allgemeine Krankheitsrate. Ein Teil der Mitarbeiter erkrankte, andere dagegen blieben gesund. Zwischen diesen beiden Gruppen fanden die Forscher keine bedeutsamen Unterschiede in Art und Ausmaß der Belastungsfaktoren, in Alter, Bildungsniveau, Qualifikation, Status und ethische bzw. religiöser Zugehörigkeit. Entscheidende Unterschiede zeigten sich jedoch in ihrem Bewältigungsstil, im Selbstbild und im Lebenskonzept. Mitarbeiter die häufig und schwerwiegend erkrankten, fühlten sich von den Veränderungen bedroht und ihnen gegenüber machtlos. Sie hatten Schwierigkeiten sich auf die neuen Anforderungen einzustellen und litten unter der Ungewissheit der Situation. Sie hatten Angst um ihre Zukunft, waren ärgerlich auf die Firma und fühlten sich betrogen, da man sie unter anderen Voraussetzungen eingestellt hatte. Mitarbeiter die gesund blieben, akzeptierten auch unerwartete Veränderungen als Teil ihres Lebens und empfanden den Umstrukturierungsprozess eher als Herausforderung und Chance neue Erfahrungen zu sammeln. So konnten sie auch Zeiten der Ungewissheit ohne größere Angst ertragen und sich flexibel an neue Bedingungen anpassen.
Kobasa prägte den Begriff „Widerstandsfähigkeit oder Kraft“, der mit Krankheitsresistenz verbunden war. Er wird durch drei Merkmale gekennzeichnet:

  1. Menschen mit starker Widerstandskraft haben Verantwortung für sich selbst. Die Bezugsperson, ihre Arbeit und gegenüber Werten und Zielen, die ihnen wichtig sind.

  2. Sie haben Vertrauen in die Wirksamkeit ihres Handelns, das ihnen das Gefühl gibt Situationen in ihrem Umfeld mitbeeinflussen zu können.

  3. Sie sind außerdem fähig, Veränderungen als Herausforderung und Wachstumschance zu erleben.

Diese Menschen entwickeln einen Verhaltensstil, der es ihnen erleichtert, sich Problemen realistisch und kompetent zuzuwenden. Sie stellen sich Schwierigkeiten und Konflikten und versuchen aktiv ihre Vorstellung zu verwirklichen. Sie fühlen sich mitverantwortlich für diese Prozesse und ihr gelingen. Diese Haltung schützt sie davor, sich als hilfloses Opfer bedrohlicher Umstände zu fühlen. Menschen mit hohem Verantwortungsgefühl sind insgesamt auch neugieriger und interessierter an anderen neuen Erfahrungen und Problemlösungen. Durch ihr Engagement und Interesse fällt es ihnen leicht, sich selbst wert zu schätzen und ihren Handlungen und ihrer Umwelt Bedeutung zu geben. Da sie davon ausgehen, dass ihre Vorstellungen und ihr Verhalten für den Verlauf der Ereignisse wichtig sind, wirken sie darauf ein und üben so tatsächlich Einfluss aus. Dieser aktive Lebensstil befähigt Menschen, hohen Stress in eine subjektiv geringere Belastung zu verwandeln.

In der Synergetik Therapie wird diese Widerstandskraft direkt gefördert oder auch wieder ausgegraben. Dort wo sie „gebrochen“ wurde, wird neu reagiert und so die evolutionär vorhandenen Qualitäten wieder zurückgeholt und neu trainiert. Es ist immer wichtig, bis auf die primäre Informationsebene vorzudringen. 
Meist sind dies Kindheitsprägungen - diese sind zu verändern!


Menschen mit geringer Widerstandkraft spüren eher Entfremdung sich selbst und ihrer Umwelt gegenüber. Sie neigen dazu, sich und andere Menschen langweilig und bedeutungslos zu finden. Ein Gefühl der Sicherheit erleben sie überwiegend dann, wenn ihr Leben gleichförmig und ohne Schwankungen verläuft. Durch Veränderungen fühlen sie sich bedroht und unkontrollierbaren Kräften ausgeliefert. Ihnen fehlt die Überzeugung, dass sie Einfluss nehmen und selbst etwas bewirken können. Daher verhalten sie sich eher abwartend, passiv, misstrauisch und meiden die Auseinandersetzung mit anstehenden Problemen.

Suzanne Kobasa konnte mit psychologischen Profilen vor dem Eintreten massiver Belastungen mit hoher Genauigkeit voraussagen, welche Mitarbeiter erkranken und welche gesund bleiben.
Ihre Untersuchungen zeigten auch, dass sich vorhandene Krankheitsdispositionen, z.B. eine Häufung von Arthritis oder Krebserkrankungen in der Ursprungsfamilie, nur im Zusammenhang mit den passiven, problemmeidenden Bewältigungsstilen durchsetzen.
Kobasa fand auch heraus, dass Stresstoleranz und Krankheitsresistenz umso höher sind, je mehr Hilfsquellen einem Menschen zur Verfügung stehen: Angemessene körperliche Bewegung, bewusste Ernährung und gute soziale Unterstützung. Sie verstärken die Schutzwirkung des aktiven Bewältigungsspieles. Ohne diese seelische Grundhaltung sind sie jedoch nur von geringer Bedeutung, da sie die grundlegenden Gefühle von Unsicherheit und Angst nicht direkt verändern. Andere Forscher bestätigten diese Zusammenhänge (O`Leary 1985; Wiebe & Moehle-McCallum 1986).
Die Stärkung seelischer Widerstandskraft mit den Aspekten, Verantwortungsgefühl und Vertrauen in die Wirksamkeit des eigenen Handelns bzw. Herausforderung, ist auch für Genesungsprozesse und die Bewältigung chronischer Krankheiten von großer Bedeutung (Beuteln 1988 und Schwarzer 1990).
Bei sehr schweren Erkrankungen wurden auch positive Zusammenhänge mit der Überlebensdauer beobachtet (Solomon 1987). Der israelische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1987) beschreibt ähnliche seelische Haltungen die Menschen befähigen, Belastungen zu verarbeiten. Kohärenzsinn, Verständnis für Zusammenhänge, nennt er Einstellungen, die mit Wohlbefinden, Krankheitsresistenz und -bewältigung verbunden sind.

Wichtige Merkmale sind: Das Vertrauen aus eigener Kraft und mit der Unterstützung anderer, Lebensaufgaben meistern zu können und die Freude am Leben und die Überzeugung, dass das Leben Sinn hat.

Selbstbestimmung und Kompetenz im Umgang mit Belastungen erwirbt man nach einer Untersuchung an der Uni Hamburg (Denecke 1987) in der Auseinandersetzung mit Lebenskrisen. Sie befragten körperlich und seelische gesunde Menschen im Vergleich zu Kranken. Die Gesunden hatten in ihrer Kindheit überwiegend keine günstigen Bedingungen erlebt und unterschieden sich in dieser Hinsicht nicht von den Kranken. Im Verlauf ihres Lebens hatten sie im Mittel drei schwere Krisen durchlebt. Sie strebten jedoch deutlich stärker nach Selbstbestimmung, Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit und ließen ein grundlegendes Vertrauen darauf erkennen, dass es trotz persönlicher Not immer noch Rettungsmöglichkeiten und Hoffnung gibt. Lebenskrisen bewältigten sie vor allem, indem sie sich auf eigene Fähigkeiten besannen, selbstbestimmende Aktivitäten entfalteten, sich den Herausforderungen stellten und sich auf eine hoffnungsvolle Grundeinstellung stützen („Ich spüre immer noch eine letzte Kraft in mir, auf die ich vertrauen kann, wenn es mir schlecht geht“).
Diese zuversichtliche Einstellung wurde immer wieder dadurch gestärkt, dass sie die Effekte ihres aktiven und selbstbestimmten Handelns als positiv erlebten. Ihre Fähigkeit, sich flexibel an veränderte Gegebenheiten anzupassen wurde auch dadurch begünstigt, dass sie sich seit ihrer Kindheit eine echte Neugier auf unbekannte Situationen und Menschen bewahrt hatten und das sie keine zu engen (symbiotischen) Beziehungen eingingen, ohne jedoch bindungslos oder bindungsunfähig zu sein.
 

In der Synergetischen Therapiearbeit können Lebenskrisen als persönliche Herausforderung direkt als selbstbestimmte Aktivität bearbeitet werden. Die Auswirkungen sind direkt erlebbar.
Die Rückverbindung „religio“ zu starken Kräften wird als sehr bereichernd erlebt.


Frauke Teegen berichtet von einem vierzigjährigen Mann mit einer aplastischen Anämie, die in eine Leukämie überzugehen drohte. Seine blutbildenden Zellen im Knochenmark bildeten nicht genügend Blutkörperchen. Eine Ärztin im Krankenhaus sprach mit ihm auch über seine Ängste und machte ihn sehr eindringlich darauf aufmerksam, dass er sich allen Entscheidungen der Ärzte gegenüber völlig passiv verhielt. Sie wies ihn daraufhin, dass es auch an ihm selbst läge, den Mut zum weiterleben aufzubringen. Nach diesem Gespräch lag der Patient in der Nacht noch lange wach, „Es kommt auch auf mich an“, ging es ihm immer wieder durch den Kopf. Schließlich rang er sich innerlich zu einer Entscheidung durch: „Ich will leben!“ Am nächsten Morgen wurde eine positive Veränderung seiner Blutwerte festgestellt. Die Ärztin war überrascht über die Wirkung ihres Gespräches, die Kollegen meinten es sei ein Laborfehler. Eine zweite Untersuchung bestätigte das positive Ergebnis. So wusste die Ärztin, dass der Patient begonnen hatte den Mut zum weiterleben aufzubringen und das die positiven Blutwerte ein erstes Zeichen für diesen Lebenswillen waren. Für den Patienten begann mit dieser Erfahrung ein langer und schwieriger Lernprozess, der schließlich zu seiner Genesung führte. Er entdeckte Zusammenhänge zwischen seelischen Haltungen und Körperprozessen und begann allmählich, die Entfremdung von seinem Körper und ein grundlegendes Gefühl der Hilflosigkeit zu erkennen und zu überwinden. Rückblickend sagte er: „Im Laufe der Jahre hatte ich viele Signale meines Körpers und meiner Seele verdrängt. Ich hatte ein Verhältnis zu meinem Körper wie zu einem Gegner. Das allmähliche Wahrnehmen meiner Gefühle, das sich entwickelnde starke Gefühl für mich selber, war die Voraussetzung dafür, das Zusammenbrechen meines Körpers als Folge meines Lebens zu begreifen. Wie konnte ich lieb zu meinen Organen, meinem Knochenmark sein, wenn ich sie wie Gegner und nicht wie Verbündete behandelte? Das Zentrum meines Lebens, das Blut, war nur zu heilen, indem ich mein Leben heilte. Dazu reichte keine Methode und keine Willensanstrengung. Dazu musste ich erst durch alle Tiefen gehen, mich selbst und meine Grenzen kennenlernen. Das wichtigste bei diesem Prozeß war wohl: Herauszufinden, wie ich im Zusammenhang mit meiner Krankheit, mit Krisen fühle, denke und handle. Mein zentrales Lebensgefühl, insbesondere in den Jahren meiner Krisen und Zusammenbrüche ist das der Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit gewesen. Und ich vermute, dass meine zunehmende Gesundung mit der Überwindung meiner Ohnmachtsgefühle und der Entwicklung meiner Handlungsfähigkeit zusammenhängt. Ich habe begonnen zu verstehen, dass ich mich meinen Ängsten stellen muß, wenn ich leben will.
Die Synergetische Methode ist der effektivste Weg, gezielt in der Innenwelt alle Ängste aufzudecken, durch alle „Tiefen“ zu gehen und sich seine Handlungsfähigkeit wieder zurückzuholen. Dieser Prozess ist von keinen äußeren Faktoren abhängig, da in der Innenwelt alle Informationen vorhanden sind: das Gehirn als Spiegel der Welt.


Der Verhaltenstherapeut Albert Bandura (1985) führte ein Angstbewältigungstraining mit Frauen durch, die an einer massiven Spinnenphobie litten. Parallel zu den Trainingsschritten maß er die Ausschüttung von Stresshormonen im Blut. Zu Beginn des Trainings stieg die Hormonausschüttung schon bei der Vorstellung einer Spinne stark an, zum Schluss des Trainings blieb die Hormonausschüttung normal, auch wenn die Spinne im direkten Körperkontakt über den Körper krabbelte. Die Ausschüttung von Stresshormonen stand im direkten Zusammenhang, damit wie die Frauen ihre eigene Kompetenz einschätzten. In dem Ausmaß, indem sich die Frauen zutrauten die Übung durchzuführen, normalisierte sich der Hormonspiegel. Mit dem wachsenden Gefühl von Kontrolle und Wirklichkeit des eigenen Handelns in schwierigen Situationen, vermindern sich also Gefühle der Gefährdung und Hilflosigkeit und zugleich physiologische Erregungsparameter.

Für Menschen mit Ängsten ist es allerdings nicht ausreichend den Auslöser zu desensibilisieren, sondern die lebensgeschichtlichen Wurzeln der Angst zu erkennen. Die Spinne symbolisiert oft unangenehme Berührungserfahrungen und die Erinnerung, von einer übermächtigen Bezugsperson beherrscht, seelisch eingesponnen und verschlungen zu werden. Viele Menschen erleben in ihrer Kindheit eine lieblose Behandlung oder seelische oder körperliche Gewalt. Kinder passen sich an diese Bedingungen an, indem sie eine feine Sensibilität für Gefahrensignale entwickeln, die ihnen hilft, bedrohliche Situationen frühzeitig zu erkennen und zu meiden. Wenn sie der gefährlichen Situation nicht entgehen können, versuchen sie die Wahrnehmung von Schmerz und Verletzung auszublenden und sich an einen geheimen Ort tief in sich selbst zurückzuziehen. Wird das Vermeiden feindlicher Gefahren chronisch, dann enthalten für sie viele Situationen die anderen Menschen neutral, unbelastet oder interessant erscheinen, weiterhin unterschwellig Signale, die Bedrohung und Machtlosigkeit anzeigen. Die Tendenz auf Schwierigkeiten ängstlich, hilflos, passiv und mit körperlichen Beschwerden zu reagieren, wird also markant im Kindes- und Jugendalter vorgeformt. Kinder, deren Bedürfnisse von den wichtigsten Bezugspersonen fürsorglich, sicher, feinfühlig und zuverlässig, beantwortet werden, entwickeln ein grundlegendes Vertrauen in ihre Fähigkeit, die Umwelt zu erkunden und Versagungen und Konflikte zu regeln.
 

In der Synergetik Therapie werden diese „geheimen Rückzugsorte“ direkt aufgesucht und das „Innere Kind“ gestärkt. Primäre Erfahrungen mit den wichtigen Bezugspersonen „Eltern“ lassen sich in den Einzelsitzungen gezielt verändern und somit Prägungen nachteiliger Erziehungsstrukturen aufheben.


Kulturvergleichende Untersuchungen (Seiffke-Krenke 1989) zeigten, dass sich ungünstige Haltungen, die die Widerstandskraft unter Belastungen schwächen, in einer bestimmten Atmosphäre bilden und verfestigen. Familien, in denen Jugendliche ein ausweichendes und problemmeidendes Verhalten zeigten, waren einheitlich gekennzeichnet durch einen hohen Anteil konfliktträchtiger Interaktionen, wenig Nähe und Verbundenheit zwischen den Familienmitgliedern, geringe Möglichkeiten Gefühle auszudrücken, und - vor allem in den skandinavischen Ländern in Deutschland - ein hohes Maß an Kontrolle und Entwertung von Individualität.

Das Zusammenspiel seelischem Erleben und körperlicher Prozesse

Betrachten wir nun die Beziehung zwischen seelischem Erleben und körperlichen Prozessen genauer. (Ader 91; Birbaumer & Schmidt 90; Degen 91; Lazarus & Folkmann 84; Le Doux 88; MacLean 76; Miketta 91; Pelletier & Herzing 88; Pert 86; Vincent 90; Walschburger 90)

Eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden wird durch das störungsfreie Zusammenspiel der verschiedenen körperlichen Regulationen geschaffen. Mit Hilfe eines komplexen Netzwerks biologischer Signale und Kreisprozesse wird immer wieder ein Gleichgewichtszustand angestrebt und neu einreguliert. Die bioelektrischen und biochemischen Kommunikationsmuster des Körpers stehen im Zusammenhang mit sensorischen Informationen, die wir aus der Umwelt und dem Körperinneren erhalten, und sie vermitteln auch unsere psychophysiologische Antwort auf spezifische Situationen. Informationen, die wir durch Sinnes- und Bewegungsorgane empfangen, gewinnen erst im Vergleich mit einem Grundgefühl körperlicher Homöostase, mit Lebenserfahrungen und Erwartungsmustern Bedeutung. Sensorische Reize werden zu modalitätsspezifischen und multimodalen Feldern der Großhirnrinde geleitet und dort im Kontext der Erinnerungsspuren analysiert. Dann erst dringen sie ins Bewusstsein. Gleichzeitig werden sie auch zm Hypothalamus und - auf einer schnellen Bahn - zum Limbischen System projiziert.
Das Limbische System ist ein entwicklungsgeschichtlich alter Teil des Gehirns und ein funktionales Zentrum, das sich mit der emotionalen Tönung von Wahrnehmungen und der Regelung vegetativer Funktionen befasst. Werden Teile des Limbischen Systems oder seine Verbindungen zum Kontext gestört, so wird der Betroffene von dem Bewusstsein für seine Gefühle und seine persönliche Identität abgeschnitten. Er verliert dann auch die Fähigkeit, Zukunftsvorstellungen zu bilden und sich in andere hineinzuversetzen, und entwickelt eine Art Seelenblindheit. Im Limbischen System werden Sinnesreize schnell und sehr global auf ihre emotionale Bedeutung hin abgetastet. Damit gewinnen wir Menschen ein unmittelbares Gespür für die jeweilige Situationen. Auf die globale Gefühlstönung werden auch die vegetativen Funktionen eingeregelt. (Abbildung).

Die emotionale Bewertung sensorischer Botschaften erfolgt zeitlich vor der genauen kortikalen Analyse und - vor allem bei starken Affekten - nicht im Austausch mit der bewussten Verarbeitung. Der „Kurzschluss“ zum Limbischen System erklärt, warum Gefühl und Verstand manchmal so unterschiedlicher Meinung sind. Der Vorteil dieses „Gefühlskurzschlusses“ - so der Neurologe Joseph Le Doux - liegt in den Sekundenbruchteilen, die das Gehirn durch präkognitive Bewertungen gewinnt. Elementare Gefühle wie Angst und Wut können so unbewusst vom bewussten Verstand, das Verhalten in Notsituationen bestimmen.
Der „Kurzschluss“ zum Limbischen System erklärt auch, warum Menschen manchmal mit spontanen Affektausbrüchen auf Situationen reagieren, die ihn vom Verstand her harmlos und unwichtig erscheinen: Die sensorischen Informationen enthielten einen Reiz, der in den Arsenalen der Erinnerung als bedrohliches Signal eingeschrieben ist.
 
In der Synergetischen Therapiearbeit geht es genau um diese „Reizmuster“. 
Sie werden durch die freilaufenden Innenweltprozesse automatisch aufgeschlüsselt und verändert.

Die zeitliche Verzögerung zwischen der globalen emotionalen Bewertung der Situation und genauerer kognitiver Analyse erklärt, warum es so schwer ist unangemessene Angstreaktionen zu überwinden. Das Meiden vermeintlicher Gefahren trägt nicht zur Differenzierung erlernter Gefühlsassoziationen bei. Spontan fühlen wir uns zwar erleichtert und entspannter, wenn wir einer erwarteten Bedrohung ausweichen, doch die vegetativ empfundene Verspannung verfestigt unsere Vorannahmen und wird uns bei der nächsten kritischen Situation verstärkt hemmen, diese realistisch zu überprüfen. Intellektuelle Einsicht allein reicht nicht aus, um erlernte Erwartungsängste zu überwinden.

Frau Teegen meint weiter, dass übertriebene Angstreaktionen nur dann überwunden werden, wenn wir uns den kritischen Situationen - in der Umwelt oder mit Hilfe der Vorstellung - freiwillig aussetzen und sie unter der erhöhten Erregung erkunden und neu bewerten lernen. Diese Sichtweise entspricht der Verhaltenstherapie und bewirkt nur eine Desensibilisierung, nicht aber die Auflösung der tief sitzenden Muster. 
Tatsächliche Musterauflösung geschieht nur mit Synergetischer Therapiearbeit.


Bedrohungen können unterschiedliche Gefühle und Körperreaktionen auslösen. Im allgemeinen werden die Körperprozesse zunächst auf ein erhöhtes Aktivierungsniveau eingestellt, das uns hilft der Gefahr mit Kampf oder Flucht zu begegnen. Das Limbische System löst die körperliche Aktivierung über Hypothalamus und Hypophyse mit Hilfe spezifischer Signalstoffe aus. Im Gehirn übertragen sie neuronale Erregung, im Körper wirken sie über die Blutbahn als Hormone. Von besonderer Bedeutung für die Auslösung und Aufrechterhaltung der körperlichen Alarmreaktion sind die von den Nebennieren ausgeschiedenen Stresshormone. Adrenalin und Noradrenalin bewirken unter anderem eine Beschleunigung des Herzschlags, die verstärkte Zufuhr von Blut und Sauerstoff zu den Muskeln, eine Verengung der Gefäße in der Haut; sie lassen das Blut schneller gerinnen und mobilisieren Zuckerreserven in der Leber. Dadurch erhöht der Körper das Energie- und Leistungsniveau vor allem der Muskulatur und trifft Vorsorge gegen mögliche Blutverluste bei Verletzungen. Diese vegetativen Prozesse spüren wir als Empfindungen und bringen sie mimisch und gestisch zum Ausdruck.
Nutzen wir die bereitgestellte Energie zur Stressbewältigung, entäußern wir sie in Handlungen, körperlicher Bewegung, dem Ausagieren der Emotionen, so kehren wir anschließend seelisch und körperlich zu einem Gleichgewicht zurück, und die verbrauchte Energie wird (über die Aktivierung des parasympathischen Nervensystems) wiederhergestellt. Wenn wir die Erregungszeichen hingegen ignorieren, Handlungs- und Ausdrucksimpulse durch Muskelverspannungen unterbinden oder die Belastung mit vertrauten Strategien nicht bewältigen, kann das Aktivierungsniveau chronisch erhöht bleiben. Langfristig führt ein erhöhtes Aktivierungsniveau zur Dysregulation vegetativer Funktionen, zur Erschöpfung der Körperreserven und Schädigung von Organstrukturen. Ein chronisch erhöhtes Erregungsniveau wird häufig bei psychosomatischen Erkrankungen beobachtet.
Die erhöhte Aktivierung wirkt auf die zentralen Strukturen zurück und bewirkt Gegenregulationen. Das Nebennierenhormon Cortisol dämpft die Erregung, so dass die Energiereserven des Körpers nicht restlos ausgeschöpft werden können. Cortisol wird immer dann in erhöhtem Maße freigesetzt, wenn wir subjektiv den Eindruck haben, dass unsere Handlungen unwirksam sein werden. Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel korrespondiert mit Gefühlen der Hilflosigkeit, Depression, Resignation, schwächt die Immunabwehr und erhöht das Erkrankungsrisiko erheblich. In einem solchen Zustand kann jede Möglichkeit zu handeln - selbst wenn die Handlung gewalttätig ist oder nicht direkt auf die Belastung einwirkt - Erleichterung bringen und den Cortisolspiegel senken.
Diese psychophysiologischen Prozesse sind sehr vereinfacht beschrieben. Eine direkte Gleichsetzung von Gefühlszuständen mit spezifischen Hormonen allerdings wird den differenzierten biologischen Antworten nicht gerecht. Lebewesen reagieren immer auf der Grundlage ihrer Gesamtverfassung mit hochkomplexen Mustern.

Insgesamt zeigen die sozialwissenschaftlichen und verhaltensbiologischen Forschungen, dass sich intensive und lang andauernde emotionale Zustände von Verwirrung, Angst, Ärger und Hoffnungslosigkeit störend auf die psychophysiologischen Regulationen auswirken und seelische und körperliche Störungen begünstigen.

Es ist wichtig, diese Zustände wahrzunehmen und, selbst unter einer solchen Belastung, Handlungskompetenz und Vertrauen in die eigene Stärke zu entwickeln. (Die Verhaltensmedizin bietet wirksame Trainingsprogramme zur Förderung dieser Fähigkeiten an).
 

Wesentlich wichtiger ist, nachzuschauen woher diese Zustände kommen und diese an der Wurzel abzuändern: die neuronalen Verbindungen im Gehirn durch einen Selbstorganisationsprozess aufzulösen. 
Auf diese Weise entstehen Handlungskompetenz und Vertrauen in die eigene Stärke ganz von selbst.
Dies geschieht sehr spielerisch und auch sehr intensiv in den Synergetischen Einzelsitzungen. Hier können die Hintergründe von Krankheiten direkt aufgearbeitet werden. Spontanremissionen können so gezielt herbeigeführt werden.
Neuorientierung ohne Verarbeitung der Vergangenheit - also der gegenwärtig abgespeicherten Informationen über die Vergangenheit - ist in der Regel nicht ausreichend. 
Daher geschehen Spontanremissionen so selten von selbst!

 
Wie wichtig eine positive Neuorientierung für die Bewältigung von Krisen und Krankheiten ist, unterstreicht eine Untersuchung von Elmer und Alyce Green (1978). Sie analysierten vierhundert Fallstudien von Krebskranken, bei denen eine sogenannte Spontanremission eingetreten war, dass heißt ein Heilungsprozess, der nicht durch die medizinische Behandlung erklärt werden konnte. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der einzige gemeinsame Faktor bei all diesen ungewöhnlichen Fällen in der veränderten Haltung der Patienten zu ihrer Krankheit lag. Die Patienten hatten eine neue Einstellung zum Leben gefunden, die ihnen half, Depression und Hoffnungslosigkeit zu überwinden. An die Stelle passiven Erleidens waren positive Gefühle wie Vertrauen und Zuversicht und ein fester Glaube an die Heilung getreten. Wie wir heute vor allem durch Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie wissen, wirken sich diese seelischen Haltungen günstig auf die vegetativen Prozesse, das hormonelle Gleichgewicht und den Immunstatus aus.
Belastungen, Krankheiten und Krisen führen uns in Grenzsituationen, in denen wir zu starre und einseitige Annahmen über die Welt zu spüren beginnen und aufgeben können. Im allgemeinen sind wir erst dann bereit, unsere Annahmen und Erwartungen zu überprüfen, wenn vertraute Handlungskonzepte nicht mehr den gewünschten Effekt haben oder uns schaden. In solchen Krisen können wir - wenn wir einmal innehalten und zur Ruhe kommen - entdecken, dass wir körperlich und seelisch nicht auf eine objektive Wirklichkeit reagieren, sondern immer nur auf ein subjektives Bild der Welt. Dieses Bild haben wir in inneren Landkarten - psychophysiologischen Mustern - niedergelegt. Die inneren Landkarten zeichnen wir im Kontext unserer Lebensgeschichte entsprechend den Bedeutungen, die wir unseren Erfahrungen geben. Gebiete, die wir als Kind unter großer Bedrohung durchschritten haben, sind daher als gefährdend markiert und abgegrenzt worden.
Wegweiser in dieser inneren Landschaft, Gefühle, die bestimmte Verhaltensweisen hervorrufen, müssen immer wieder auf ihre Angemessenheit überprüft werden. ...Die Erkundung psychophysiologischer Bedeutungsmuster und die Neuordnung innerer Bilder sind nur im Kontakt mit dem Körperempfinden, der Vorstellungskraft und der bewussten Analyse von Zusammenhängen möglich.

Bildliches Denken
Zu Beginn unseres Lebens strukturieren wir unsere sensomotorischen Erfahrungen intuitiv und metaphorisch. Wir entfalten zunächst ein vorlogisches bildliches Denken, das die Fülle der sinnlichen Eindrücke zu Mustern verdichtet. Das integrative, bildliche Denken äußert sich überwiegend nonverbal; es verfügt nur über eine sehr begrenzte archaische Sprache. Im Laufe der Sprachentwicklung wird es durch analytische, logische Fähigkeiten ergänzt. Dieser Denkmodus arbeitet mit linearen Strategien und erschließt uns die Möglichkeit zu abstrakter Begriffsbildung, schlussfolgerndem Denken und grammatischen Operationen; er führt uns zur Verallgemeinerung von Erfahrungen und zur Formulierung von Prinzipien und Direktiven. Über den bildlichen Denkmodus sind wir jedoch weiterhin im Kontakt mit der Fülle sinnlicher Erfahrungen, mit Gefühlen, Körperempfindungen und vorsprachlichen Erinnerungen. Die besonderen Fähigkeiten des bildlichen und des logischen Denkens stehen in Verbindung mit den beiden Großhirnhemisphären, die sich für diese unterschiedlichen Aufgaben gewöhnlich im Laufe der ersten zehn Lebensjahre differenzieren. Die Hemisphärendifferenzierung - und damit die Trennung zwischen analytischer und integrativer Verarbeitung der Erfahrungen - bei Männern ausgeprägter ist als bei Frauen (Ornstein & Thompson 1986).
Die beiden Denkmodelle bereichern einander und arbeiten im allgemeinen zusammen. Wird der bildhafte Denkmodus chronisch gehemmt - zum Beispiel zur Kontrolle angstbesetzter Empfindungen -, so verliert ein Mensch den Kontakt mit einer inneren Quelle, aus der Lösungen für Probleme logischer wie emotionaler Art angeboten werden. Die unterdrückten unterschwelligen Empfindungen und vorlogischen Bedeutungsmuster üben einen enormen Druck auf das Bewusstsein aus. Wird er zu stark, bricht die Kontrolle zusammen, und das Bewusstsein wird mit Bildern, Schmerzempfindungen und Angstphantasien überschwemmt.
Auch psychosomatische Symptome können als metaphorische Äußerungen des vorlogischen Denkens verstanden werden. Ihre Sprache und die spezifische Bedeutung, die sie für den einzelnen haben, können - im Gegensatz zu den oben angesprochenen psychotischen Zuständen - recht leicht mit Hilfe des bildlichen Denkens erkundet werden. Die Aussagekraft des bildlichen Denkens lässt sich leicht anhand von Kinderzeichnungen verdeutlichen. Kinder haben für viele Erfahrungen noch keine Worte. In ihren Bildern malen sie jedoch wichtige Aussagen über sich selbst und zeigen, was sie bewegt oder auch verstört. So zeichnen Kinder, die misshandelt wurden, auf die Aufforderung hin, einen Tag darzustellen, „wie er mir gefällt“, häufig schwere Niederschläge, die oft bis in ihr Inneres vordringen, und signalisieren auf diese Weise ihre Notlage. Unsichere und ängstliche Kinder nutzen die Bildfläche oft nur zögernd und stellen sich schüchtern und klein am Bildrand dar. Andere Kinder zeichnen riesige Genitalien - die in Kinderbildern normalerweise keine Rolle spielen - und machen so auf sexuelle Misshandlung aufmerksam; oder sie streichen Teile ihres Bildes durch, übermalen sie, kreisen sie ein und weisen damit auf Angst, erlebte Bedrohung oder auch Verbote hin (Schuster & Wickert 1989). Die Inhalte der Bilder geben einen Hinweis darauf, mit welchen Erfahrungen sich das Kind auseinandersetzt. Die Bildgestaltung veranschaulicht wie das kindliche Bewusstsein ihnen Bedeutung gibt, sie zu ordnen und zu integrieren sucht. Wichtige, konflikthafte Erfahrungen kommen überdeutlich oder an zentraler Stelle zum Ausdruck. Erlebnisse, die das Kind als zu belastend empfindet und nicht integrieren kann, werden ausgegrenzt, oder es versucht sie zu löschen. Über Konflikte die Kinder in ihren Bildern andeuten, kann man mit ihnen auch behutsam sprechen und so genauer aufklären, was sie erlebt haben und welche Unterstützung sie brauchen.

Leider wird die Verbundenheit mit der intuitiven Vorstellungs- und Gestaltungskraft in der Erziehung oft durch wertende Beurteilungen unterbrochen und muß dann später - in Krisen und Grenzsituationen, unter therapeutischer Anleitung - wiedergefunden werden.
Auch Erwachsene geben mit Bildern Hinweise auf Erkrankungen, die sie sprachlich so nicht erfassen können. Die Tiefenpsychologin Susan Bach beschäftigte sich viele Jahre lang mit Zeichnung schwerkranker Menschen, die in therapeutischen Gruppen, psychiatrischen Anstalten und Krankenhäusern entstanden. Sie beobachtete, dass das Malen den Patienten oft eine unmittelbare Erleichterung brachte. Kranke, die im Gespräch schwer zugänglich waren, konnten sich in ihrer Bildersprache leichter mitteilen; belastende Gefühle, angstvolle Phantasien, innere Spannungen, zum Beispiel Warten auf eine Diagnose, vor einer Operation oder unter dem Druck von Depressionen und Zwangsgedanken, konnten so ausgedrückt werden. Die Bilder der Patienten erwiesen sich als hilfreich für die Diagnose und Prognose von Erkrankungen; mit ihnen ließen sich frühzeitig suizidale Tendenzen oder bevorstehende schizophrene Schübe erkennen. Bach entdeckte darüber hinaus in den Zeichnungen typische wiederkehrende Farben, Farbkombinationen und Motive, die spezifischen Krankheitsbildern entsprechen. Die Zeichnungen reflektieren also nicht nur den seelischen Zustand, sondern liefern zugleich Informationen über das körperliche Befinden.
Solche psychosomatischen Hinweise, die sich aus den Zeichnungen kranker Menschen ergeben, untersuchte Susan Bach systematisch auf einer neurochirurgischen Station der Universitätsklinik Zürich. Sie und ihre Mitarbeiter interpretierten über dreitausend Zeichnungen von sechshundert schwerkranken Patienten. Sie malten spontan ohne das ihnen bestimmte Themen vorgegeben wurden. Die Auswertung der Bilder zeigte: kranke Menschen haben ein inneres Wissen über Art und Schwere ihrer Erkrankung. Manche Schwerkranke drückten in ihren Bildern sogar ihr Wissen darüber aus, wann sie zum Beispiel bewegungsunfähig und wann sie sterben werden. Oftmals gaben die Patienten in ihren Bildern genaue Hinweise auf eine beginnende Verbesserung oder Verschlechterung ihres Befindens oder auch auf die Wirksamkeit medizinischer Maßnahmen.
Im kreativen Gestalten geben wir Bewusstseinsinhalte frei, die nur begrenzt durch intellektuelle Kontrolle gefiltert sind. Darin liegt der Wert solcher Bilder für die Selbsterkundung. Wir müssen mit diesen vorbewussten Inhalten besonders achtsam und feinfühlig umgehen und sie ohne vorschnelle Wertung erkunden.
Wichtig ist, die Bedeutung zu achten, die die Patienten ihrer Gestaltung selbst geben und nur Beobachtung, Ideen und Interpretationen anbietet, aber sie nicht aufgedrängt werden. Erkundet man dies mit sensiblem Interesse dann wird man mit zunehmender Faszination erleben, wie analytische und intuitive Denkfähigkeit zusammenspielen, erstaunliche Einblicke in die innere Welt eröffnen und neue Perspektiven zur Konfliktlösung, zur Veränderung von Einstellungen und Verhaltensmustern, freigeben.
Fast alle therapeutischen Schulrichtungen haben imaginative Verfahren entwickelt, um Menschen zur Vertiefung ihrer eigenen Wahrnehmung und der Kommunikation mit sich selbst zu führen. Vorstellungsübungen lockern eine übermäßig rationale Ausrichtung und bahnen den Kontakt zu spielerischen intuitiven und kreativen Fähigkeiten. Sie können auch gezielt zur Klärung von Konflikten und Beschwerden eingesetzt werden. In der Vorstellung kann man neue Verhaltensmöglichkeiten neu durchspielen ohne direkte Konsequenzen zu befürchten. Bei Vorstellungsübungen wird die Aufmerksamkeit von der Beschäftigung mit äußeren Vorgängen zum inneren Erleben verlagert. Das gelingt leicht, wenn der Körper ruhig gehalten wird, wenn man die Augen schließt und sich entspannt. In diesem Zustand werden unterschwellige Wahrnehmungen und Bedeutungsmuster aktiviert, die sich bildhaft und symbolisch äußern und das bewusste Denken mit einer Fülle von Anregungen versorgen. Sie wirken damit unmittelbar belebend.

Therapeutisch geleitete Vorstellungsübungen geben einen Rahmen vor - ein Motiv, das Symptom - um die Aufmerksamkeit bei der Selbsterkundung zu leiten. Der Rahmen schützt auch davor, sich in den unbegrenzten Assoziationen zu verlieren, die sich lösen, wenn man den Schutz der rationalen Orientierung weitgehend aufgibt.
 

Genau dies stimmt nicht! Der freilaufende innere synergetische Prozeß zeigt immer wieder, wie faszinierend und präzise innere Energiemuster sich von selbst abbilden. Sogar die Veränderung durch Selbstorganisation gehorcht präzisen energetischen Gesetzen, die sich genau innerlich als Bildveränderung vorhersagen lassen.
 
Der Verhaltenstherapeut Akter Ahsen entdeckte schon Anfang der fünfziger Jahre, dass mit der Erinnerung an bedeutsame weit zurückliegende Ereignisse sehr klare Vorstellungsbilder aktiviert werden können. Er stellte fest, dass sie die persönliche Bewertung der damaligen Lebenssituation wachrufen können. Wenn es gelingt, diese deutlichen Erinnerungen hervorzurufen, dann schaffen sie ein umfassendes psychosomatisches Erlebnis: das visuelle Bild bahnt den Zugang zu Körperempfindungen, Gefühlen und Bedeutungsmustern, die mit ihm verbunden sind. Der sich erinnernde Mensch, wird von dem Erlebnis in ähnlicher Weise ergriffen wie zum Zeitpunkt des ursprünglichen Geschehens. Er entwickelte zum Beispiel den sogenannten Altersprojektionstest, als hilfreiche Anleitung um seelische Erlebnisse und Lebenserfahrung aufzuspüren, die mit der Entwicklung von körperlichen Symptomen verbunden sind. Es ist ein effektives Verfahren, um psychosomatische Symptome in relativ kurzer Zeit zu klären und heilungsorientierte Einstelllungen zu stärken.
Mit dem Einblick in wesentliche Lebenszusammenhänge und der Erinnerung an die Zeit vor der Symptomentwicklung wird auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten dem Gefühl von Kraft, Freiheit und Wohlbefinden gestärkt. Damit wächst auch die Bereitschaft, einen selbstbewussteren und kompetenteren Umgang mit den heutigen Lebensschwierigkeiten zu entwickeln.
 
In der Synergetischen Sitzungen wird direkt in diese „alte“ Erlebnisebene hineingegangen und somit alles direkt verändert. Rein heilungsorientierte Einstellungen zu stärken wäre nur eine Stärkung der Nachfolgeebene.
Dabei ist es doch so einfach: Nur die Informationen auf der Primärebene sind zu verändern! 
Dies macht jeder Klient selbst und stärkt dadurch automatisch seine Handlungskompetenz. Und als Effekt geschieht eine Informationsveränderung durch Selbstorganisation und diese wirkt direkt zurück über die Selbstregulationsfunktionen des Körpers.

Das bildliche Denken ist nicht mit der Klärung von Ursachen der kausalen oder zeitlichen Abfolge von Ereignissen beschäftigt, sondern auf die Vervollständigung von Erlebnissen und Erinnerungsmustern ausgerichtet und verbindet sie mit Gefühlen und Körperempfindungen.
Daher können die Vorstellungen mit vergangenen oder zukünftigen Erlebnissen befasst sein oder auch unlogisch verknüpft sein. Um ängstliche Erregungen zu überwinden und Selbstsicherheit und körperliche Genesung zu fördern, ist es nur wichtig die Aufmerksamkeit so auszurichten, dass Erinnerungs- und Phantasiebilder und Fähigkeiten zur Überwindung prägnant visualisiert werden können. Je intensiver positive Vorstellungen werden, umso stärker wirken sie auf die physiologischen und seelischen Selbststeuerungsmechanismen. Beispiel: „Ich habe starke Beine, ich kann wieder aufstehen und herumlaufen“, stellte sich ein achtjähriger Junge vor. Er war nach einer Streptokokkeninfektion so geschwächt, dass er nicht mehr gehen konnte. Seine Ärzte ermutigten ihn, sich an die Zeit vor der Krankheit zu erinnern und sich vorzustellen wie er sich kräftig fühlt, stehen kann und herumläuft. Sie stimulierten intensive und plastische motorische Erinnerungsbilder, die mit den Gefühlen der Freude und Stärke verbunden waren. Implizit ermutigten sie den Jungen, diese Vorstellung mit der Gegenwart und der nahen Zukunft zu verbinden: „ Du hast starke Beine und Du siehst wie Du aufstehst und herumlaufen kannst“. Schon am nächsten Tag begann der Junge aufzustehen und sich allmählich wieder normal zu bewegen. Die positiven Veränderungen blieben stabil (Olness & Gardner 1978).
Ein sehr wirksames Vorstellungstraining zur Kontrolle akuter Angst- und Schmerzzustände entwickelten Cornelia Keuner und Jeanne Achterberg für Patienten mit schweren Verbrennungen. Sie beobachten bei den Patienten schon vor Beginn der Wundtoilette einen extremen Temperaturabfall und eine Zunahme von Blutdruck, Atem- und Herzfrequenz als körperliche Alarmreaktion, die auf hohe Angst schließen ließ, wenn die Patienten hörten wie der Instrumentenwagen herangeschoben wurde. Das Signal aktivierte automatisch Vorstellungen von Schmerz, Tortur und Beschämung. Ein Vorstellungstraining mit einer Anleitung zur Entspannung und Imagination zur positiven Bewältigung zeigte auf, dass man eine angekündigte vorhersagbare Belastung besser bewältigen kann, als unerwartete und unverständliche Prozeduren.
Ähnliche Trainingsprogramme haben sich auch bei krebskranken Kindern bewährt, die man so auf die bevorstehende Behandlung vorbereitete. Diese Kinder ertrugen zum Beispiel die üblicherweise sehr schmerzhafte Punktion wesentlich besser als Kinder, die man vorher nur durch Bilderbücher abgelenkt oder mittels Valium beruhigt hatte. Sie wehrten sich weniger gegen den Eingriff, schrieen und weinten kaum, sie erlebten weniger Schmerz, Angst und Verzweifelung.
Die besondere Wirksamkeit imaginativer Übungen zur Bewältigung von Schmerzen und psychosomatischen Störungen oder auch bei Genesungsprozessen wird verständlicher, wenn man sich eingehender mit Forschungsergebnissen beschäftigt, die einen direkten Zusammenhang zwischen Imagination, Emotionen und physiologischen Prozessen aufzeigen: Visuelle Vorstellungen beruhen auf denselben Gehirnfunktionen wie visuelle Wahrnehmungen. Je umfassender verschiedene Sinnesfunktionen durch die Imagination angesprochen werden, umso umfassender ist auch die Aktivierung von Hirnarealen und umso intensiver ist das Vorstellungsverständnis (Klinger 1988; Achterberg 1987). Vorstellung zu Bewegungsabläufen erzeugen elektrische Aktivitäten in den Muskeln, die bei der jeweiligen Imagination angesprochen werden. Wiederholt man solche Vorstellungsübungen regelmäßig, verbessert sich die motorische Durchführung dieser Bewegungen.
Das Training der Bewegungsfähigkeit mit Hilfe der Vorstellung wird sowohl für die Rehabilitation nach Unfällen als auch von Sportlern für die Steigerung der Leistungsfähigkeit genutzt (Suinn 1976). Sexuelle und Angstphantasien werden von deutlichen physiologischen Veränderungen begleitet. Die Vorstellung des persönlichen Ruhbildes ist ein wirksames Verfahren, um Angst zu mindern und körperliche Entspannung zu fördern. Imaginationen zu negativen Kindheitserinnerungen rufen Veränderungen der Herzfrequenz, der Hautleitfähigkeit, der Atmung und der Augenbewegungen hervor (Jordan & Leningteon 1979).Vorstellungen, die mit Gefühlen der Freude, Trauer, Wut und Angst verbunden waren, führten bei Tests zu Änderungen der Herz-Kreislauf-Werte sowie der Hautleitfähigkeit und aktivierten unterschiedliche Gesichtsmuskeln. Die jeweilige Aktivierung der mimischen Muskulatur entsprach den spezifischen mit der Vorstellung verbundenen Emotionen (Schwartz 1981; de Jong-Meyer 1990). Vorstellungen beziehungsweise Erinnerungen zu schmerzhaften Stimulationen bewirken Änderungen von Pulsfrequenz, Muskelspannung und Hautwiderstand. Diese körperlichen Veränderungen zeigen nicht nur Angst an, sondern entsprechen auch den Körperreaktionen, die bei real erlebten Schmerzen auftreten (Barber & Hahn 1964). Andere Imaginationen können etwa die Speichelbildung, die Magen-Darm-Peristaltik, die Blutzuckerwerte oder das Immunsystem beeinflussen (Achterberg 1987)

Die Entwicklung und Wirkung von Vorstellungsbildern wird auf die Aktivität der rechten Großhirnhemisphäre und der mit ihr verbundenen Limbischen Systems zurückgeführt, wo unter der jeweiligen emotionalen Tönung entsprechende biologische Regulationen ausgelöst werden.

Einer der ersten Ärzte, die Vorstellungsübungen als therapeutische Maßnahme bei schweren Krankheiten einsetzten, war der Onkologe 

Carl Simonton.
Simonton entwickelte ein integratives Psychotherapieprogramm zur Unterstützung der medizinischen Behandlung von Krebskranken dessen Ziel darin besteht, die Patienten durch Information, Gespräch und Übung, aktiv in ihren Behandlungsprozess einzubeziehen. Er versuchte die Einstellungen der Kranken zu sich selbst und ihrer Lebenssituation so zu verändern, dass sie statt Angst und Resignation zunehmend Hoffnung empfinden. Ein Element des Therapieprogramms ist besonders bekannt geworden: Die Patienten lernen in entspanntem Zustand ihre Körperprozesse zu visualisieren und wahrzunehmen wie ihre Immunzellen den Krebs beseitigen (Simonton 1982).
Diese Übung regt Patienten dazu an, sich mit ihrer körperlichen Abwehr zu verbünden und so hoffnungsvolle Einstellungen und eventuell auch die biologische Regulation zu stärken. Vorstellungen zur Immunabwehr bei Krebs sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn es dem Erkrankten gelingt seine Abwehrkraft machtvoller als den Krebs zu visualisieren. Nach diesen Übungen malen die Patienten ihre Vorstellungsbilder zum Krankheitsgeschehen. Sie geben einen tiefen Einblick in ihre innere Welt und Annahmen über die Krankheitsentwicklung (Jeanne Achterberg und Frank Lawlis 1984). Diese Vorstellungsbilder wurden nach verschiedenen Merkmalen eingeschätzt, z.B. Größe, Lebendigkeit der Krebszellen, Aktivität, Mächtigkeit der Immunzellen. Anhand dieser Vorstellungsbilder konnte die Krankheitsentwicklung - zwei Monate später - mit achtzigprozentiger Genauigkeit vorausgesagt werden. Eine so genaue Prognose ist anhand medizinischer Diagnosen und Messwerte allein nicht möglich. Sie drücken offenbar grundlegende Haltungen zur Krankheitsbewältigung aus. Günstige Entwicklungen waren unter anderem damit verbunden, dass die Patienten den Mut hatten sich den Krebs und ihre Immunzellen klar vorzustellen.
Imaginationsübungen zu Heilungsprozessen bei schweren und chronischen Krankheiten können sehr hilfreich sein, um krankheitsbezogene Haltungen zu klären und Möglichkeiten der aktiven Bewältigung in der Vorstellung zu erproben und zu stärken. Dabei muß jedoch immer die Bedeutung der Bildinhalte geklärt werden. Dies berücksichtigen viele Patienten nicht. Diese Übungen dürfen nicht mechanisch wie eine Art Medikament eingesetzt werden. Patienten mit chronischer Arthritis benutzen diese Übungen und ihr Befinden verschlechterte sich innerhalb kürzester Zeit. Das erklärt sich daraus, dass das Immunsystem bei Krebskranken aktiviert werden muß, während es bei Arthritikern aufgrund eines Autoimmunprozesses überaktiviert ist und in keiner Weise weiter angeregt werden sollte.
Die Bedeutung von Vorstellungsübungen für die Rehabilitation und Genesung war lange Zeit umstritten und wird erst allmählich anerkannt. In Gesprächen mit Patienten ist mir jedoch aufgefallen, dass viele intuitiv Imaginationen zu Auseinandersetzungen mit ihren Beschwerden entwickeln. Sie haben mir darüber eher vorsichtig berichtet, da ihre Ideen von Ärzten oder auch Bezugspersonen oft lächerlich gemacht wurden. Eine verständnisvolle Haltung von Medizinern und Psychologen könnte dieses kreative und heilungsorientierte Potential vieler Patienten stärken. Frauke Teegen bringt einige positive Beispiele für selbstentwickelte Imaginationen.

Interpretationshilfen zu Bildaussagen
Menschen geben in ihren Bildern und Zeichnungen Hinweise auf ihr körperliches und seelisches Befinden. Das Lesen, Übersetzen und Verstehen der Hinweise erfordert allerdings eine gewisse Schulung. Um Bildaussagen zu entschlüsseln, bedarf es sowohl spezifischer Kenntnisse als auch einer interessierten und empathischen Aufmerksamkeit. Susan Bach (1952) beschrieb diese Fähigkeit folgendermaßen: „Die inneren Gehalte solcher Arbeiten sind in einer Bildersprache ausgedrückt, die man - wie Hieroglyphen oder Röntgenplatten - lesen und übersetzen lernen muß. Genügend langer Umgang mit solchem Material, geduldiges Studium, die echte Bereitschaft, die Arbeiten jedes Patienten als jeweils neu zu erforschenden Ausdruck seiner Persönlichkeit anzusehen, ein gutes medizinisch-psychologisches Verständnis der Bedeutung von Symptomen und der Funktion von Symbolen gehören zu den Voraussetzungen für eine zureichende Auswertung.“
Bedeutsam sind vor allem Darstellungen der menschlichen Gestalt oder ihrer Entsprechungen. Bäume und Häuser symbolisieren oft den Menschen, und ihre Gestaltung kann etwas über sein Lebensgefühl und spezifische Konflikte aussagen (Bäume, die keine Wurzeln haben, verdorren, denen Äste abgekackt wurden - Häuser, die keine Tür haben oder in denen es brennt). In Kinderzeichnungen entspricht die rechte Bildseite der rechten Körperseite. Kinder malen also spiegelbildlich. Erwachsene stellen dagegen Aspekte der rechten Körperseite meist in der linken Bildhälfte dar. Bilder reflektieren den Zustand eines Menschen, seine Gefühle und Einstellungen. So können dargestellte oder angedeutete Störungen im Bildraum auf Störungen in analogen Körperbereichen oder auf Besorgnis und seelische Belastungen hinweisen.
Je gesünder eine Mensch ist, umso ausgewogener wird das Bild sein das er malt, umso reicher ist die Darstellung an Farben, Schattierungen, Motiven und Bewegung. Ein normales gesundes Kind nutzt fast alle Farben die ihm angeboten werden und erfindet zusätzlich neue Mischungen. Kranke und Menschen die sich in einer Krise befinden wählen dagegen nur wenige Farben, wobei die bevorzugte Farbe oft der Art der Erkrankung oder des seelischen Problems entspricht.
Tiefenpsychologische Bildinterpretationen gehen davon aus, dass beim Malen, Zeichnen und kreativen Gestalten, die innere seelische und körperliche Befindlichkeit auf die Bild- und Gestaltungsfläche projiziert wird. Zum Beispiel werden der oberen und unteren Bildhälfte wie auch der rechten und linken Bildseite bestimmte Bedeutungen zugewiesen.

Im Dialog mit dem Schmerz
Schmerz ist ein lebenswichtiges Signal und ein bedeutender Teil der organischen Selbstregulation. Er zwingt den Menschen dazu sich seiner Körperwahrnehmung zuzuwenden, um herauszufinden, was nicht stimmt, und etwas zu unternehmen, um weitere Schädigungen abzuwenden. Im Gegensatz zum akuten Schmerz ist die Warn- und Schutzfunktion chronischer Schmerzen weniger offensichtlich, was dazu führt, dass sie oft als „biologische Fehler“ betrachtet werden - als ein Signal, das keine offensichtliche Funktion erfüllt. An chronischen Schmerzen leidet fast ein Drittel aller Menschen in Industrieländern. Die häufigsten Verschreibungen werden für Schmerzmittel ausgestellt.
In Westdeutschland nehmen fast 10 Prozent der Bevölkerung regelmäßig Schmerzmedikamente ein. Die Patienten können unter 623 verschiedenen Präparaten wählen und verbrauchen jährlich 128 Millionen Packungen Analgetika (Zimmermann & Seemann 1988). Häufig führen Schmerzmittel schnell zur Gewöhnung und auch zur Abhängigkeit.
Frauke Teegen bringt mit einfachen Übungen Menschen in Kontakt mit ihrem inneren Wissen über die emotionale Bedeutung ihrer Schmerzen: „Sehr häufig wird dabei sichtbar, dass chronische Schmerzen auf eine „ verdeckte Gefahr“ aufmerksam machen und die Notwendigkeit von Wandlungsprozessen signalisieren. ...chronische Schmerzen verselbständigen sich und werden als eigenständiges Krankheitsbild betrachtet. Akute Schmerzen zwingen mit ihrer deutlich spürbaren Warn- und Signalfunktion dazu herauszufinden, was nicht stimmt, und etwas zu unternehmen, um weitere Körperschädigungen zu verhindern. Bei vielen chronischen Schmerzen -, rheumatischen Erkrankungen, Stumpfschmerzen, Gesichts- und Kopfschmerzen - hat der Schmerz diesen Hinweischarakter weitgehend verloren. Oft treten sie ohne klaren organischen Befund auf. Die chronischen Schmerzen stellen meist das Hauptleiden des Patienten dar. Der Arzt kann sie nur selten heilen. Er kann helfen sie zu lindern - etwa durch Verschreibung von Medikamenten, Massage, Krankengymnastik. Als sinnvoller gelten heute psychologische Behandlungen, deren Effektivität unter anderem für Spannungskopfschmerz, Migräne, Krebsschmerzen, Rückenschmerzen, Rheuma, chronische Polyarthritis, nachgewiesen ist (Rehfisch 1989).
Der Patient nimmt seine Schmerzen vor allem dann stark wahr, wenn er allein ist, wenn er Angst hat oder wenn er gelangweilt ist. Ist er aber intensiv abgelenkt, bemerkt er seine Schmerzen weniger oder gar nicht. Ablenkung - vor allem wenn sie gezielt und planvoll eingesetzt wird - ist eine wirksame Strategie zur Schmerzlinderung.
Seelische Zustände wie Unruhe, Angst, Einsamkeit, Hilflosigkeit oder Depressionen verstärken die Schmerzen. Empfindungen wie Neugier, Freude, Empathie, Selbstbewusstsein und Vertrauen vermindern sie. Auch die komplexe unterschwellige Einschätzung, die Bedeutung, die wir ihnen geben - ob wir sie als „gefährlich“, „sinnlos“ oder „überwindbar“ erleben - beeinflusst die Schmerzwahrnehmung durch elektrische und chemische Signale.
Schmerzsignale wirken ganz ähnlich wie Angstsignale und bewirken eine Alarm- und Stressreaktion des Körpers. Der Blutdruck steigt an, und automatisch werden Muskelreflexe und -spannungen ausgelöst, die den Körper bereit machen, vor Gefahr zu fliehen. Dies ist bei akuten Schmerzen ein sinnvoller, lebenswichtiger Vorgang. Bei chronischen Schmerzen verstärken diese Verspannungen jedoch den Schmerz - ein „Teufelskreis des Schmerzes“ entsteht.

Am Beispiel von Migräneerkrankungen möchte ich verdeutlichen, wie durch eine langfristige und sich steigernde Medikation sehr ungünstige „Patientenkarrieren“ eingeleitet werden. Weit häufiger als Männer leiden Frauen an Migräne. Sie werden oft als sehr ausdauernd und überfleißig beschrieben. Ein Migräneanfall erzwingt das Gegenteil dieses Verhaltensmusters: still liegen, gar nichts mehr tun können. Auch physiologisch spielen sich ähnliche Extreme ab: Die Blutgefäße im Kopfbereich sind entweder sehr verengt oder stark geweitet. Der Übergang von „verengt“ zu „geweitet“ tritt im allgemeinen (meist im Ruhezustand) sehr schnell ein. Gefäßverengende Medikamente haben einen schmerzlindernden und vorbeugenden Effekt. Häufig wird vom Arzt ein „Schmerzcocktail“ verschrieben. Bei starken Schmerzen und häufigen Migräneanfällen neigen die Betroffenen zu einer raschen Konsumsteigerung, da die Wirkung der Medikamente nachlässt, während die Angst vor den Schmerzen wächst. Die Patientin greift zu stark wirkenden Zäpfchen und beginnt, die Medikamente vorbeugend einzunehmen. Sie erlebt, zum Teil als Nebenwirkungen der Medikamente, vermehrt auch psychische Beschwerden - innere Unruhe, Angst, Depression -, die wiederum mit Psychopharmaka behandelt werden. Meist wird wöchentlich eine Depotinjektion gegeben. Als weitere Nebenwirkungen der Schmerzmittel tritt häufig Unfruchtbarkeit auf, manchmal auch Nierenversagen (etwa 15 bis 20 Prozent aller Dialyse-Patienten haben jahrelange Schmerzkarrieren mit Medikamentenmissbrauch hinter sich).

Physiologische Interventionen haben jedoch den Vorteil, dass der Patient nicht in Abhängigkeit gerät und selbst etwas tun kann, um seine Schmerzen zu beeinflussen. Das Bewusstsein der eigenen Handlungsfähigkeit mindert das Gefühl von Hilf- und Hoffnungslosigkeit. Zum Beispiel werden Patienten dazu angeleitet, ein „Schmerztagebuch“ zu führen. Sie erkunden damit Zusammenhänge zwischen zunehmender bzw. nachlassender Schmerzempfindung und spezifischen Situationen. Sie lernen dabei auch ihre Gefühle, Gedanken und Bewertungen in verschiedenen Situationen wahrzunehmen und zu klären, welche Erfahrungen Angst und problemmeidendes Verhalten auslösen. Zu kritischen Situationen können dann neue Verhaltensmöglichkeiten erprobt und geübt werden.
David Bresler, ein bekannter amerikanischer Schmerztherapeut, wies 1987 bei einem internationalen Symposium daraufhin, dass es sich bei chronischen Schmerzen um ein von seelischen und physischen Tiefenschichten „wohlweislich hervorgerufenes Symptom“ handle und dass eine allein auf das Symptom ausgerichtete Behandlung deshalb immer nur vorübergehend Linderung verschaffen könne. „Zwar lässt sich das Nervensystem für eine kurze Zeit täuschen, doch wenn eine verdeckte Gefahr bestehen bleibt, bricht der Schmerz erneut durch oder kehrt mit der Zeit wieder, bis die Botschaft wahrgenommen wird und eine angemessene Reaktion darauf erfolgt.“ In seiner Arbeit mit Schmerzpatienten beobachtete Bresler, dass die „Botschaft des Schmerzes“ oft damit zusammenhängt, dass die Patienten Schwierigkeiten haben, Wandlungsprozesse zu vollziehen. „Wenn sie sich krisenhaften Veränderungen gegenübersehen, werden sie unbeweglich, wollen sie das Alte nicht preisgeben.“ Sie bleiben lange in den Phasen von Verleugnung, Zorn und Klage stehen , so dass Neuorientierung und Anpassung an die veränderten Lebensbedingungen nicht gelingen. „Schmerz“, sagt Bresler, „ist nicht die Ursache dafür, dass das Leben stillsteht, sondern das Ergebnis einer Stagnation.“
Für eine umfassende Neuorientierung ist es nötig, Erinnerungs- und Bedeutungsmuster zu klären, die mit der Genese und Chronifizierung der Schmerzen verbunden sind. Oft weisen die Patienten schon mit den Bildern und Symbolen, die sie zur Beschreibung ihrer Schmerzempfinden, auf die subjektive Bedeutung der Schmerzsignale hin. Patienten und Ärzte sind allerdings im allgemeinen nicht darin geübt, diese Hinweise zu entschlüsseln. 
 
Synergetisch arbeitende Therapeuten sind eine sehr sinnvolle Alternative. Sie können kompetent helfen, den  Dialog direkt mit dem Schmerz in der Innenwelt zu führen. Der Schmerz zeigt hier assoziativ verknüpfte Erinnerungsbilder und diese wiederum sind synergetisch veränderbar. 
Schmerz ist als Symptom ein sehr klarer Hinweisgeber und kein Gegner!

Über die Vertiefung der Körperwahrnehmung und mit Hilfe der Vorstellungskraft kann man sich dem Gehalt dieser Botschaften jedoch relativ leicht nähern. Lässt ein Mensch sich auf die Wahrnehmung seiner Schmerzen ein - statt gegen sie anzukämpfen oder sich abzulenken -, kommt er spontan in Kontakt mit affektiven Erinnerungsspuren, die zu wichtigen Aspekten seines Selbst- und Lebenskonzeptes führen. Die mit dem Schmerz verbundenen Bedeutungsmuster steigen als Gefühle, Erinnerungsbilder und Symbole auf und weisen einen Weg, abgetrennte Erfahrungen zu integrieren. Mit dem Ausdruck gehemmter Empfindungen und der Klärung veralteter Widerstandsmuster werden neue, umfassendere Bedeutungszusammenhänge erschlossen. Solche Erfahrungen führen zu körperlicher und seelischer Erleichterung und rücken neue Verhaltensmöglichkeiten in den Blick, die dann im Alltag verwirklicht werden müssen. Ein Beispiel soll verdeutlichen, wie Menschen durch die Klärung der Schmerzbotschaft und im Dialog mit dem Symptom eine neue Orientierung finden.

Bresler (1987) berichtete über Therapie mit einem zweiundfünfzigjährigen Arzt, der an unerträglichen Schmerzen im unteren Rücken litt. Ihm war an dieser Stelle ein Rektumkarzinom operativ entfernt worden; die Schmerzen hielten jedoch unvermindert an und waren durch Medikamente nicht zu beeinflussen. Zu Beginn der Psychotherapie sah der Patient für sich nur drei Möglichkeiten: „Entweder ist die Behandlung erfolgreich, oder ich lasse mich freiwillig in eine psychiatrische Anstalt einliefern, oder ich nehme mir das Leben. „Es schien ihm unmöglich, die Schmerzen zu ertragen und dabei seelisch gesund zu bleiben. Beim Studium seiner Krankenakte fiel Bresler auf, dass der Patient den Schmerz bildhaft beschrieben hatte als einen „Hund, der an meinem Rückgrat nagt“. Es zeigte sich, dass dieses Bild für den Patienten sehr lebendig war, und so schlug Bresler ihm vor, während einer Vorstellungsübung mit dem „Hund“ Kontakt aufzunehmen. Der Patient hielt diese Idee zwar aufgrund seiner medizinischen Ausbildung für völlig verrückt, unter dem Druck der extremen Schmerzen war er jedoch bereit zu einem Versuch.

Während der Vorstellungsübung begann der Patient, in der Rolle des „Hundes“ zunächst nie Arzt werden wollen, sondern das Studium nur auf Drängen seiner Mutter begonnen. Er hegte heftigen Groll gegen die Mutter und hatte seinen Ärger auch auf Kollegen und Patienten übertragen. Der „Hund“ vermutete, die feindseligen Gefühle hätten zur Krebsentwicklung beigetragen und seien mit dem Schmerz verbunden. Außerdem sagte er zu dem Patienten: „Du bist ein verdammt guter Arzt. Es mag nicht der Beruf sein, den du wolltest, aber du musst endlich erkennen, wie gut du deine Arbeit machst. Wenn du aufhörst, so verbittert zu sein, und anfängst, dich selbst anzunehmen, dann höre ich auf, an deiner Wirbelsäule zu nagen.“ Diese Einsicht war von einem unmittelbaren Nachlassen der körperlichen Schmerzen begleitet. Bresler berichtete, dass dieser Patient die Mitteilung des „Hundes“ beherzigte und seine Schmerzen allmählich abklangen und schließlich ganz verschwanden.

Frauke Teegen macht an einem noch weiteren Beispiel klar, dass mit Hilfe des bildlichen Denkens bedeutsame Lebenserfahrung zugänglich und wieder streitende Impulse verstanden und integriert werden können. Oft werden dadurch Erfahrungen von Entbehrung und Gewalt zugänglich, die wichtige Blockaden als hohe persönliche Widerstandsmuster repräsentieren. Sie dienen als Überlebensstrategie. Solche Blockierungen werden körperlich, emotional und bildhaft erfahren und häufig als Nebel, Leere, Loch oder Mauer erlebt. Mit Erkundung der Blockade werden traumatische Erfahrungen zugänglich. Erinnerungen verhalten sich bildhaft, Körperbereiche beginnen zu sprechen und bahnen mit den symbolischen Mitteilungen ein umfassenderes und bewusstes Verständnis für die eigene Lebensgeschichte. Mit der Integration widerstreitender Impulse gewinnt der Mensch eine neue Orientierung und Handlungsfähigkeit.

Chronische Schmerzen sind oft mit unterdrückten Lebensimpulsen verbunden und weisen daraufhin, dass bedrohliche Erfahrungen und Wahrnehmungen abgespalten und blockiert worden sind. Dies war einst sinnvoll, um traumatische Erfahrungen - große Angst, Hilflosigkeit, seelische und körperliche Verletzungen - unter Kontrolle zu bringen. Wird dieses Verhaltensmuster chronisch beibehalten, schränkt es die Möglichkeiten des Menschen sich zu verwirklichen zunehmend ein und bedarf der Überprüfung und Veränderung.
In dem Beispiel der Frauke Teegen wurde deutlich wie die körperlichen Schmerzen der Patientin seelischen Schmerz verdecken, unter Kontrolle halten und zugleich darauf hinweisen, dass diese Bewältigungsstrategie nicht mehr angemessen ist. Die Patientin klärte im Kontakte mit der Schmerzerfahrung auf, dass sie als Kind sexuell misshandelt worden war. Sexuelle Kindesmisshandlung ist ein Trauma, dass relativ viele Kinder erleben und das zu schwerwiegenden Folgeschäden führt.

Unter sexueller Kindesmisshandlung versteht man die Beteiligung noch nicht ausgereifter Kinder und Jugendlicher an sexuellen Handlungen denen sie noch nicht verantwortlich zustimmen können. Dabei missbraucht der erwachsene oder jugendliche Täter ein vorhandenes Macht- oder Kompetenzgefälle zur Befriedigung seiner Bedürfnisse und zum Schaden des Kindes. Aus verschieden Erhebungen ergibt sich für Frauen eine mittlere Prävalenzrate von 21 Prozent. Das auch Jungen sexuell ausgebeutet werden, ist erst in den letzten Jahren vermehrt zur Kenntnis genommen worden. Die bisher vorliegenden Häufigkeitsangaben variieren zwischen 3 und 30 %. Sexuelle Kindesmisshandlungen finden vor allem in der Familie und im familiären Umfeld statt. Besonders betroffen sind Schulkinder unter 10 Jahren (Teegen 1992).
Nach den heute vorliegenden Erkenntnissen müssen wir davon ausgehen, dass ein hoher Prozentsatz der Kinder und Jugendlichen in einer entscheidenden Phase der Persönlichkeitsentwicklung ein schwerwiegendes Trauma erlebt haben. Die psychische Bewältigung der traumatischen Erfahrungen im Erwachsenenalter ist oft schwierig, da die Erlebnisse verdrängt und abgespalten werden, so dass sie der bewussten Erinnerung nicht zugänglich sind. Langfristige Folgen zeigen sich vor allem in einem komplexen Muster affektiver Störungen, erhöhter Suizidgefährdung oder auch antisozialem und kriminellem Verhalten (Draijer 90; Moggi 91; Engfer 92).
 
In Synergetischen Sitzungen werden diese traumatischen Erfahrungen klar aufgedeckt und verändert.


Literatur-Tipp:

Die Bildersprache des Körpers

Quellen: Frauke Teegen und Synergetik Therapie Institut http://www.spirituelle-medizin.de/teegen.html

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